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Herr
Stefan Pfeifer

Tel: 02261 309 38
Fax: 02261 309 30

pfeiferoberberg.drk.de

Industriestr. 2
51643 Gummersbach

 

 

DRK Rettungshundestaffel

 

Allgemeine Informationen zur Rettungshundeausbildung

Voraussetzung Mensch

Die Staffelmitglieder, ob Hundeführer oder Helfer, sollten ein paar Voraussetzungen  mitbringen:

  • gesund- etwas sportlich
  • belastbar- anpassungsfähig
  • kameradschaftlich
  • „Händchen“ für den Hund
  • eigenverantwortlich handeln können
  • kein Problem mit anderen Hunden, Dreck, Dunkelheit, etc.

Außerdem benötigen Sie viel Zeit für

  • Training (2 x Woche)
  • Fortbildungen
  • Einsätze
  • Vorführungen

 

Voraussetzung Hund

Jeder mittelgroße und mittelschwere Hund ist grundsätzlich für die Ausbildung zum Rettungshund geeignet. Er sollte lernfreudig sein und einen großen Spieltrieb mitbringen, da 90% der Ausbildung auf dem Spiel- und Futtertrieb basieren. Zu Ausbildungsbeginn sollte der Hund nicht älter als 3 Jahre sein.

Nach einer „Probezeit“ legt das Hundeteam einen Eignungstest ab. Dieser ist dem Wesenstest ähnlich. Aggressive oder überängstliche Hunde werden von der weiteren Ausbildung ausgeschlossen, den anderen steht eine Karriere als Rettungshund offen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausbildung Rettungshundeteam

Ausbildung Mensch

Ein Rettungshundeteam kann nicht ohne die gute Nase des Hundes arbeiten, aber auch nicht auf das Wissen des Hundeführers verzichten.

Zur Aufgabe der Rettungshundestaffel gehört nicht nur das Suchen und Auffinden von Personen, sondern auch die qualifizierte Erstversorgung der Person. Somit muss jeder  Hundeführer bei der ersten Prüfung den Sanitätshelfer A+B vorweisen. Diese Ausbildung  wird während des Trainings immer wieder wiederholt und vertieft.

Weiter müssen sich die Hundeführer in Geländen bewegen, dass sie oftmals noch nie gesehen  haben, somit ist eine fundierte Ausbildung in der Orientierung im Gelände wichtig- also der  Umgang mit Karte und Kompass und GPS.

Um die Kommunikation aufrecht zu erhalten sind alle Helfer im Umgang mit BOS- Funkgeräten ausgebildet.

Dazu kommt noch eine Ausbildung in einsatztaktischen Grundlagen und psychologischem Verhalten, da beides immer wichtig ist, um den Einsatz mit der größtmöglichen Option auf  Erfolg zu absolvieren.

Ebenso die Ausbildung in Aufzucht und Erziehung von Hunden (Kynologie), ohne die man  einen Hund für diese Aufgabe nicht richtig vorbereiten könnte.um im Notfall seinem Hund  helfen zu können, darf die Erste-Hilfe-Ausbildung am Hund nicht vergessen werden.

Ausbildung Hund

Die Hundeausbildung ist sehr vielseitig. Der Spaß am Lernen steht aber bei allen Disziplinen  im Vordergrund. Das Training ist von Spiel und Belohnung geprägt.

 

Gehorsam

Gehorsam ist für einen Rettungshund unverzichtbar und überlebenswichtig.

So muss er nicht nur „Fuß laufen“, sich auf Kommando setzen oder legen - vielmehr muss er  in jeder erdenklichen Situation (viele Leute, Lärm, Feuer, Rauch, Straßenverkehr....) ein zuverlässiger und gelassener Partner sein. Er muss sich auch auf große Entfernung lenken und leiten lassen und jedes Kommando seines Hundeführers sicher ausführen.

Sollten wir im Einsatzfall auf - für den Hund - unüberbrückbare Hindernisse treffen, oder  verletzt sich der Hund, sollte er sich problemlos tragen lassen.

 

Gerätearbeit

Gerätearbeit ist zwar kein Bestandteil der Flächensuchprüfung, dennoch wird diese regelmäßig trainiert, da das sichere Überqueren von verschiedenen Hindernissen die Grundlage für eine gute Geländegängigkeit der Hunde ist. Trainiert wird das Begehen von  Gitterrosten, Brettern, Wippen und Leitern oder das Durchkriechen von verschiedenen  Tunneln und Röhren.

 

Außerdem lernt der Hund dabei, dass er seinem Herrchen oder Frauchen in allen Situationen  vertrauen kann und er nur Aufgaben bewältigen muss, die er schaffen kann.

Anzeige und Suche 

Spielerisch lernen die Hunde Menschen zu suchen und zu verbellen. Die ersten Schritte  hierbei sind, das die Hunde lernen eine Person anzubellen um ihr heißersehntes Spielzeug oder Futter zu bekommen.

Anfangs sind die Verstecke noch sehr einfach um dem Hund schnell einen Erfolg geben zu  können. Im Laufe der Ausbildung (ca. 2-3 Jahre) werden die Verstecke immer schwerer,  sodass der Hund zur Prüfungsreife gelernt hat große Waldgebiete zuverlässig abzusuchen und  gefundene Personen anzuzeigen.

Am Prüfungstag muss das Rettungshundeteam ein etwa 30000qm großes Waldstück innerhalb  von 20 Minuten absuchen. Eine dem Hundeführer unbekannte Anzahl von Personen muss  gefunden, vom Hund angezeigt und vom Hundeführer sanitätsdienstlich versorgt werden. Nur  wenn diese Prüfung alle 1 1/2 Jahre bestanden wird, können die Teams im Einsatz eingesetzt werden.

Es ist sehr wichtig den Hund ständig neuen Situationen auszusetzen. Immer wieder wird mit  völlig fremden Personen trainiert. Ebenso mit Menschen die Alkohol getrunken haben, die  aggressiv dem Hund gegenüber sind oder die versuchen den Hund zu streicheln und von  seiner Arbeit abzulenken.

Nur ein gut ausgebildeter Rettungshund kann all diese Situationen ohne Aggresivität oder  Angst meistern.

Flächensuche 

Die Hundenase "sieht" mehr

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Flächensuche?

Außerhalb der Städte und Dörfer gibt es im oberbergischen Kreis sehr viele Waldflächen. Wer sich dort verläuft findet häufig nicht selbst zurück. Trotz moderner Technik wie  Handyortung oder Wärmebildkameras sind Hundenasen nach wie vor gefragt. Sie können  zuverlässig große Flächen absuchen und Menschen in hilflosen Lagen aufspüren.

Auf diese Aufgabe werden unsere Hunde im Training vorbereitet - 2x in der Woche wird dazu  in verschiedenen Wäldern geübt um im Ernstfall optimal gerüstet zu sein.

 

 

 

 

Tmmersuche

Obwohl Trümmereinsätze zum Glück sehr selten sind, dürften sie doch die bekannteste Disziplin der Rettungshundearbeit sein, da diese Einsätze nach Naturkatastrophen oder auch  Gasexplosionen ein sehr großes Medieninteresse wecken.

Die Ausbildung erfolgt eigentlich nach dem gleichen Prinzip, wie die Flächenausbildung. Da  die Hunde aber ihre Ausbildung normalerweise in der Fläche beginnen, kann man den einen  oder anderen Schritt überspringen und auf Vorkenntnisse zurückgreifen.

Im Gegensatz zur Flächensuche ist bei der Trümmerarbeit die zu suchende Person selten  direkt zugänglich, so dass der Hund hierbei vor allem auch lernt, anzuzeigen, wenn er zwar sicher ist, dass er eine menschliche Witterung aufgenommen hat und auch den Punkt  gefunden hat, an dem sie am stärksten ist, jedoch keine Person dazu finden konnte. Hierdurch  und durch eine Reihe weiterer Faktoren, wie zum Beispiel schwieriger, unsicherer Untergrund, komplexere Wind- und Witterungsverhältnisse ist die Trümmersuche sehr  anspruchsvoll.

Die Ausbildung erfolgt in nicht auf einem festen Gelände, sondern auf wechselnden Abbrissgeländen, da die Hunde bei einem statischen, sich nicht grundlegend veränderndem  Suchgelände sehr schnell dazu übergehen, nicht nach vermissten Personen zu suchen, sondern  einfach alle bereits bekannten Verstecke ablaufen und kontrollieren, wo diesmal jemand  versteckt ist. Ebenso gewöhnen sie sich sehr schnell an die vorhandenen Gefahren - sofern es  diese überhaupt gibt - und lernen nicht, auf die unterschiedlichsten Situationen und Probleme  flexibel zu reagieren.

Der große Nachteil dieser Ausbildungsmethode ist, dass wir ständig auf der Suche nach Abrissgeländen sind, auf denen wir die Genehmigung zur Ausbildung erhalten.

Einsatzbeispiele

Die Gründe, warum die Rettungshunde angefordert werden können sehr unterschiedlich sein -  hier ein paar Beispiele:

Ältere Frau vermisst 

Nachts um 4.00 Uhr piepst der Melder. Die Staffel ist einsatzbereit und macht sich auf den Weg.

Lage: Es wird eine ältere russische Frau vermisst, deren Mann kurz zuvor auf dem nahen Friedhof beerdigt wurde. Die Frau wollte mittags das Grab ihres Mannes besuchen und  kam nicht wieder nach Hause.

Gegen 5.00 Uhr treffen die Rettungshundestaffeln an der Einsatzleitung ein und bekommen  ihre Suchgebiete zugeteilt.

Um ca. 6.30 Uhr wurde eine Person, auf die die Beschreibung passt, von einer DRK Rettungshundestaffel aufgefunden. Nach einigen Verständigungsschwierigkeiten konnte  geklärt werden, dass es sich um die Vermisste handelt. Diese muss die ganze Nacht orientierungslos umhergeirrt sein. Gegen 7.00 Uhr konnte die Frau verwirrt und entkräftet  aber ansonsten unversehrt ihren Angehörigen übergeben werden.

Schwerer Autounfall

Der verletzte Unfallfahrer ist nicht ansprechbar. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass  sich noch weitere Personen im Fahrzeug aufgehalten haben und evtl. herausgeschleudert  wurden, werden die DRK Rettungshundestaffeln alarmiert.

Nach ca. 2 Std. Suche konnten alle Staffeln melden, das sich keine weiteren Personen in den angrenzenden Waldgebieten aufhalten. Durch Befragung der Angehörigen und des Verletzten  wurde dies am nächsten Tag auch bestätigt.

Im Kinderheim wird seit dem Nachmittag ein Junge vermisst.

Der Junge war mit seiner Gruppe bei einem Spaziergang im Wald verschwunden. Eine sofortige Suche durch die Mitarbeiter des Instituts blieb erfolglos.

So lief am Abend eine großangelegte Suche mit Polizei, verschiedenen Rettungshundestaffeln, Bergwacht und örtlichen DRK Bereitschaften an. Am frühen Morgen  musste die Suche erfolglos abgebrochen werden. Die nächste Alarmierung erfolgte dann  wieder am Mittag. Die folgenden Tage wurden die Einsatzgebiete immer wieder verlegt.

Helfer und Hunde, auch die benachbarter Staffeln, arbeiteten bis zum Rande der Erschöpfung.  Leider konnte trotz zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung der Junge nicht aufgefunden  werden.

Abschiedsbrief 

Leider auch Realität der Rettungshundestaffeln: Menschen, die aus dem Leben scheiden  wollen hinterlassen einen Abschiedsbrief. Häufig kann über die Handyortung oder das  Auffinden des PKWs das Suchgebiet eingegrenzt werden.

Meist gehen diese Menschen in den Wald, denn sie wollen nicht gefunden werden. Die Hunde  können aber auch in unwegsamen Geländen Menschen aufspüren - häufig jedoch zu spät.

Immerhin kann aber der Fund einer toten Person aber den Angehörigen Gewissheit verschaffen oder aber auch ahnungslose Spaziergänger vor einem zufälligen Fund bewahren.